Ist (m)ein Blog überflüssig?



Die Jüngeren unter euch wird die folgende Aussage wohl schockieren, aber es gab einst Zeiten, in denen man einen Blog schrieb, ohne dass Instagram überhaupt existierte. 👵🏼 Und auch als es dann da war, nutzte man anfangs nur die (rückblickend alles andere als schönen) Filter, um die Fotos anschließend irgendwo anders hochzuladen. Heute ist das komplett anders: Ohne Instagram geht in der (Blogger-)Welt ja bekanntlich gar nichts mehr.

Deswegen habe ich in letzter Zeit oft gezweifelt und mir selbst die Frage gestellt, ob mein Blog – oder vielleicht sogar das Bloggen im Allgemeinen – inzwischen einfach überflüssig geworden ist. Ich stelle nämlich anhand von Kommentaren immer wieder fest, dass viele Leute nicht mal die Bildbeschreibung, die meist nur aus einer Wortgruppe besteht, lesen. Andererseits wissen sie das womöglich gar nicht, denn das Kommentieren lässt man heutzutage ja gern von Bots erledigen... Um dieses peinlich-lästige Phänomen soll es jetzt aber nicht gehen.

Es geht vielmehr um das Entstehen des Eindrucks, dass Blogs mehr und mehr durch Instagram ersetzt werden und sich niemand mehr für längere Texte mit etwas mehr Inhalt als „Der neue Fitness-Tee ist voll supi!" interessieren würde. Klar, auf Modeblogs findet man jetzt auch nicht unbedingt wissenschaftliche Abhandlungen – aber das jeweilige Thema wird wesentlich ausführlicher beschrieben und dargestellt.

Lasst uns langsam zu einer Antwort kommen:

Wie das mit Eindrücken so ist, können sie komplett falsch sein. Und das ist dieser mit Sicherheit. Ganz einfach, weil es „Alle" und „Niemand" nicht gibt. Nirgends. Es wird immer irgendwo irgendwelche Personen geben, die Interessen miteinander teilen – nur eben vielleicht, ohne voneinander zu wissen. Bloß, weil beispielsweise euer direktes Umfeld nichts mit dem ganzen Blogging-Kram anfangen kann, bedeutet das nicht, dass es auch sonst niemand im Universum kann. Deswegen wird kein Blog, unabhängig von seiner Nische, jemals überflüssig sein.

Außerdem sollte man lieber mehrere Plattformen als Ergänzung zueinander nutzen – hier eben Instagram und das Medium „Blog" – und sich nie nur auf eine einzige verlassen. Oder wie oft wurdet ihr in letzter Zeit gefragt, wie viele Freunde ihr vor 100 Jahren bei Schueler.cc, Jappy oder MySpace hattet? Wohl nicht allzu häufig. Denn was gestern noch der neueste Trend war, kann morgen schon nicht mehr existieren. Ich gehe zwar nicht davon aus, dass Instagram in naher Zukunft verschwinden wird, aber zu 100% sicher sein kann man sich eben auch nie.

Trotzdem ist (m)ein Blog natürlich weit mehr als ein „Sicherheits-Backup" für irgendwelche eventuell eintretenden Notfälle. Ich sehe ihn als Notizbuch, dessen Form und Inhalt ich komplett frei gestalten kann. Und das liebe ich.

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